Frühfranzösisch: Keine Verschiebung

Keine Verschiebung, sondern faktenbasierte Lösungen

Die FDP fordert eine faktenbasierte Evaluation des Lehrplans 21 und lehnt Schnellschüsse ab. Die Motion «Französisch stärken – ressourcenschonend und effizient ab Sekundarstufe 1» ist eine Einzelmassnahme, die wichtige Aspekte der schulischen Realität ausser Acht lässt. Die FDP-Fraktion lehnt die Motion daher mehrheitlich ab. Die FDP will Leistung ermöglichen, Integration sinnvoll gestalten und die Bildungsqualität verbessern.

«Eine generelle Entschlackung des Schulstoffes ist wichtig», sagt FDP-Kantonsrätin Cornelia Hasler-Roost. «Um die Qualität des Bildungssystems zu sichern, braucht es jedoch gezielte Anpassungen auf Grundlage einer breit angelegten Erhebung und nicht eine Einzelmassnahme wie dies die Motionäre mit der Verschiebung des Frühfranzösisch auf Sekundarschulstufe fordern», hält Cornelia Hasler-Roost, Vorsitzende der FDP-Fachgruppe «Bildung, Kultur und Sport» fest. Die FDP-Fraktion verlangt eine umfassende Zwischenbilanz des Lehrplans 21 mit verlässlichen Daten.

Ganzheitlich angehen

Frühfranzösisch ist seit Jahren ein viel diskutiertes Thema in der Bildungspolitik. Der Grosse Rat des Kantons Thurgau lehnte die Verschiebung des Frühfranzösisch auf Sekundarschulstufe im 2017 ab und führte mit dem Lehrplan 21 vor drei Jahren zahlreiche Verbesserungen ein. So können etwa Schülerinnen und Schüler, die grosse Mühe mit dem Französisch haben, bereits nach der ersten Oberstufe alternative Angebote wählen. «Würde Französisch hingegen erst in der Oberstufe beginnen, müsste es dort über drei Jahre verpflichtend besucht werden», hält Cornelia Hasler-Roost fest. Der Grosse Rat sollte zudem nicht punktuell in den Lehrplan eingreifen, sondern ganzheitliche Betrachtungen machen.

 

Wer Leistung erbringt, soll gefördert werden.

Ständig wechselnde Lehrpläne verunsichern und lösen viel Aufwand aus. Neue Lehrmittel müssten angeschafft, Lehrpersonen weiter- oder umgeschult werden, und bereits ausgebildete Französisch-Fachpersonen könnten nicht mehr in ihrem vorgesehenen Einsatzgebiet arbeiten. Dies würde wertvolle Ressourcen verschwenden. «Die bestehenden Probleme im Schulalltag werden damit sicher nicht gelöst», ist Cornelia Hasler-Roost überzeugt. Die FDP-Fraktion bedauert zudem, dass sich der Fokus auch in dieser aktuellen Diskussion auf leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler richtet. Das Ziel der FDP ist eine Schule, die fordert und fördert. Denn ein leistungsfähiges Bildungssystem ist die Grundlage für individuelle Entfaltung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftlichen Erfolg. Die FDP lehnt die vorgeschlagene Verschiebung des Französischunterrichts mehrheitlich ab. Die Begründungen der Motion sind nicht stichhaltig und lassen zentrale Aspekte der schulischen Realität ausser Acht.